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Welche Entwicklung?
Für kanadische Waldgebiete: Kurzfristige oder langfristig-nachhaltige Wirtschaftsentwicklung? In einem Leserbrief an die Lokalzeitung Miner & News hält Udo Staschik zusammenfassend fest: “Die Schliessung der Zellstofffabrik in Kenora war voraussehbar. Wegen der Globalisierung, der Unerfahrenheit und der Naivität der Stadtverwaltung sowie der Stadtbehörden konnte die Stilllegung nicht verhindert werden. Grosse nationale und internationale Firmen sind einzig an raschen und leicht zu realisierenden Profiten interessiert. Sie haben kein Interesse an nachhaltigem oder lokalem Engagement. Die Aktionäre der Supermärkte Wal-Mart, Zellers sowie der holzverarbeitenden Firmen Weyerhaeuser und Abitibi wohnen in Hong Kong, Zürich, Seattle, New York und Toronto. Warum sollten sie sich Sorgen machen um eine Stadt in Nord-Ontario? Stadtbehörden und Bürgermeister waren unerfahren und naiv, wenn sie glaubten, die Anlockung von grossen nationalen oder internationalen Firmen nach Kenora wäre von irgendwelchem Gewinn. Das Gegenteil ist der Fall: Es wird eine einseitige Abhängigkeit von den von auswärts kontrollierten Firmen geschaffen. […] - und mit dem Versagen der lokalen Behörden rechnen können Der Bürgermeister delegierte seine Verantwortung den Bürgern von Kenora gegenüber an Abitibi, Wal-Mart und an andere Firmen, und er muss nun zur Kenntnis nehmen, dass diese kein Interesse an einer Unterstützung seiner Person oder der Stadt Kenora haben. […] In weniger als sechs Monaten werden Wal-Mart und Zellers wegen der fehlenden Lohngelder der arbeitslosen Angestellten einen Geschäftsrückgang feststellen und ihre Läden schliessen. Anstatt globale Firmen zu hofieren hätte die Stadt sich auf lokal betriebene Unternehmen ausrichten sollen. Mittelgrosse Firmen oder Dienstleistungsbetriebe hätten einen Grund gehabt, in der Stadt zu bleiben, Wal- Mart oder Zellers haben keinen.” Erstaunlich bei dieser Entwicklung ist, wie lange sich in Nordwest-Ontario das blinde Vertrauen in die holzverarbeitenden Grosskonzerne überhaupt halten konnte, denn der Trend zu mehr Effizienz dauerte schon lange an: Die Papierfabriken z.B. beschäftigten bei jeder Modernisierungsrunde drastisch weniger Angestellte. Dabei gäbe es andere Möglichkeiten... Mehr...
Canadian Boreal Forest Agreement oder wie Naturschutzgebiete indianischen Gemeinschaften in Kanada die Lebensgrundlage rauben
Im kanadischen Waldgebiet leben über 600 indianische Gemeinschaften, sogenannte First Nations. Rund 400 von ihnen bewohnen die nördlichen (borealen) Wälder, also genau jene Gebiete, die das Canadian Boreal Forest Agreement abdeckt. Peggy Smith, Professorin an der Lakehead University, Thunder Bay, Ontario hält dazu fest: „Was wir während der vergangenen 10 Jahre beobachten konnten, ist das Muster, dass Umweltschutz-Organisationen sich mit der (Holz)Industrie zusammentun, um die Waldnutzungspolitik zu beeinflussen. Das ist an sich nicht schlecht, [..] aber die Abmachungen zwischen der Holzfäller-Industrie, den Umweltschutz-Organsationen und Regierungsstellen […] wurden ohne die Teilnahme von Ureinwohnern getätigt.“ Mehr...
Naturschutz versus Menschenrechte Naturschutzgebiete und Nationalparks schützen Fauna und Flora, aber sie können der dort ansässigen Bevölkerung auch die Lebensgrundlage rauben. Von oben aufgezwungener Naturschutz kann nicht funktionieren  – weder für die Menschen noch für die Umwelt.   Hier ein Ausschnitt zum Gespräch über den Wert des Waldes, globale Interessen und lokale Selbstbestimmunmit der Ethnologin Eva Keller und den Forstexperten Eric Chevallier von Intercooperation und Thomas Stadtmüller von Helvetas. Interview: Susanne Strässle. Kommentar EDAI Die Diskussion der Fragestellung Naturschutz und Menschenrechte ist nachzulesen im Magazin Partnerschaft, Nummer 200 / Mai 2010, S. 10-12. Sie bezieht sich vom Arbeitsgebiet der Herausgeberin Helvetas her auf die sogenannten Entwicklungsländer. Die Fragestellung ist jedoch von ebensolcher Brisanz in Ländern der Ersten Welt und der Schwellenländer: In Kanada zum Beispiel tun sich aktuell Regierungsstellen, international tätige Holzkonzerne mit Umwelt- und Naturschutz-Organisationen zusammen, damit die Wälder wirtschaftlich genutzt, aber auch lokal und regional ganz vor der Abholzung geschützt werden. Die ansässige indianische Bevölkerung wird dabei in klarer Missachtung ihrer Lebensrechte und ihrer Rechte auf die Nutzung der ausgewählten Waldgebiete bei allen Entscheiden übergangen, ja nicht einmal nach ihren wirtschaftlichen Interessen befragt. Stellen Sie sich vor, in der Schweiz würden Waldareale zu Naturschutzgebieten erklärt, ohne dass die dort wohnhafte Bevölkerung über ihre Meinung zu den seit Jahrhunderten von ihr ausgeübten Nutzungsrechte befragt würde. Geschweige denn, dass sie ihr Ja oder Nein zur Naturschutz- und Wirtschaftsplanung in einem demokratisch geführten Entscheidungsprozess vorbringen könnte. Die Entlebucher/innen würden sich wohl bedanken, wenn man ihre UNESCO Biosphäre von Doppleschwand bis Escholzmatt und Sörenberg ohne ihre Mitsprache realisiert hätte. Mit dem LINK gelangen Sie zu den hochinteressanten Ausführungen der oben genannten Diskussionsteilnehmer/innen. Sie können einzig die erwähnten Menschen durch die Bezeichnung Indianer/innen in Kanada ersetzen. Mehr zu ihren Rechten: Aus dem Dokument zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung der WWF WOOD GROUP Zürich und die 10 Prinzipien von FSC (Forest Stewardship Council)
Siehe auch Indigene Produkte und www.morchel.ch „Pinochet + Bachelet = misma miseria“  „Pinochet + Bachelet = gleiches Elend“  So lautet ein Graffiti, das in der kleinen Stadt von Cañete im Februar 2008 zu lesen war. Es wurde von den gleichen Aktivisten unterschrieben, die regelmässig mehr Rechte und Gerechtigkeit für die Mapuche verlangen. Auch wenn die Gleichsetzung zwischen der Diktatur von Augusto Pinochet und dem heutigen Chile unter der ersten Präsidentin Michelle Bachelet kühn sein mag, möchten doch solche Graffitis darauf aufmerksam machen, dass sich die Lage der Mapuche seit Jahrzehnten kaum verbessert hat. Auch diese Aussage tendiert zur Übertreibung, denn seit 1993 werden die Mapuche rechtlich als Indígenas, Ureinwohner Chiles, anerkannt. Dies hat verschiedene so genannte interkulturelle Projekte ins Leben gerufen, die zum Beispiel die interkulturelle Medizin sowie die Erziehung fördern. Ihr Ziel ist dabei, die Traditionen der Mapuche aufzuwerten. Genau da drückt aber der Schuh. Mehr...
Die Mapuche in Chile
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